zwischen meinen zeilen

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Freitag, 16. November 2012

Abbild unserer Seelen

Wieder etwas aus meiner Anfangszeit, eine Mischung aus Lyrik und Epik, also eine lyrische Erzählung, sozusagen.


Du läufst durch die Straßen,

überall Menschen. 
Eine homogene Masse. 
Doch etwas
springt dir ins Auge 
und dein Blick bleibt daran haften. 
Ein Mensch
in einem langen schwarzen Mantel. 
Die dunklen Haare
kurz und chaotisch
Da huscht er
um eine Ecke.
Der Mantel weht hinterher.
Du beschleunigst 
deine Schritte
folgst ihm. 
Doch als du in der Gasse stehst, 
kannst du wieder nur
den Mantel
um eine Ecke 
wehen sehen. 
Du beginnst zu rennen,
obwohl du nicht einmal weißt,
warum du ihm folgen willst. 
Du erreichst die Ecke.
Drehst dich nach rechts.
Da steht sie
und hat gerade
ihre schwarzen Flügel ausgebreitet.
Sie sieht dich an
lächelt 
und hebt den Finger an die Lippen. 
Du bist wie verzaubert. 
Unfähig
etwas zu tun
oder dich zu bewegen. 
Sie spricht kein Wort
lässt ihren Blick 
ruhig in deinen Augen ruhen.
Und auf einmal
fragst du dich
ob es etwas Schöneres gibt.
Langsam faltet sie ihre Schwingen zusammen
und ihr Bild verschwimmt vor deinen Augen. 
Du blinzelst
willst sie festhalten. 
Es scheint
als würde sie von Eis
verschlungen
bis nur noch
ein Klumpen übrig ist.
Langsam drehst du dich weg
gehst zurück.
Und als du die Gasse verlässt
und wieder unter Menschen bist
wird dir klar
was geschehen ist. 
Die Kälte war stärker als sie
und so wurde sie zum Abbild
unser aller Seelen.


picture "frozen" by shtrumphX

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